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Und davon sind, das möchte ich angesichts meines eigenen Falles betonen, auch Expertenverständigungen nicht mehr ausgenommen. In der Polykontexturalität der Moderne, wie dies Luhmann nennt, sind privilegierte Positionen, wie sie einst die marxisitische oder auch die christliche Sozialphilosophie bezogen haben, wissenschaftlich, das heißt also: rein argumentativ nicht mehr vertretbar.
Selbstverständlich soll dies nun aber eben nicht heißen, dass sich damit die Sozialphilosophie als solche erübrigt hätte, dass die Gesellschaft keiner normativen Zukunftsentwürfe, keiner sie leitenden Ideen und Perspektiven mehr bedarf. Ganz im Gegenteil: angesichts der vielfältigen Probleme der Moderne scheint mir Sozialphilosophie heute so gefragt zu sein wie eh. ABER: eine zeitgemäße Sozialphilosophie ist, wenn sie in irgendeiner Weise zur Lösung der aktuellen Probleme beitragen will, meiner Meinung nach zutiefst dazu angehalten, sich dem von der Struktur der Moderne nahegelegten Relativismus zu stellen. Und dazu genügt es meiner Ansicht nach nicht, diesen philosophisch, etwa mit dem Hinweis auf die Bodenlosigkeit seiner Konzeption oder auf die transzendentale Obdachlosigkeit, zu der er verurteilt, zurückzuweisen. Eine zeitgemäße Sozialphilosophie muss diesen Relativismus vielmehr verinnerlichen und in Auseinandersetzung mit ihm die Bedingungen ihres Stattfindens neu klären. Wenn die Sozialphilosophie damit zu einer soziologischen Wende, wie ich das in meiner Schrift genannt habe, oder zumindest zu einer gewissen Annäherung an die Wissensstände und Methoden der Soziologie gezwungen wird, und damit die Grenzen der Disziplinen zu verschwimmen drohen, ja selbst wenn einzelne Statements dadurch so wie in meinem Fall Gefahr laufen, im institutionellen Dickicht hängen zu bleiben und kein Gehör zu finden, so ist all dies nichtsdestotrotz eine Konsequenz von Phänomenen und Argumenten, die eine wissenschaftliche Konzeption, wie ich sie vorlegen möchte, meiner Meinung nach nicht ignorieren kann.
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