Title:

Colloquiumsrede aus Anlass der Verteidigung meiner Habilitationsschrift.

Description:  Einer der Faktoren, die diese Gültigkeit insbesondere für Sozialtheorien wesentlich determinieren, die soziale Struktur, oder genauer gesagt, die Differenzierungsform von Gesellschaften ist.
Author:Manfred Füllsack
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Colloquiumsrede aus Anlass der Verteidigung meiner Habilitationsschrift

(gehalten am 14.3.03 im Juristensitzungssaal der Universität Wien)


 

Das zentrale Anliegen meiner Schrift[1] ist die Klärung der Bedingungen der Möglichkeit von Aufklärung, – ein, vor allem in dieser Formulierung, wohl auf den ersten Blick klassisch philosophisches Anliegen.

Allerdings – und damit dürfte sich die Skepsis erklären, die dieser Schrift von philosophischer Seite entgegengebracht worden ist[2] – ziehe ich zur Klärung der Bedingungen der Möglichkeit von Aufklärung an zentraler Stelle soziale Phänomene, und nicht so sehr wie frühere Aufklärungsunternehmen epistemologische, kognitive, neuronale, psychologische, linguistische oder materialistische Faktoren in Betracht.

In Anbetracht dieser beiden Umstände schien es mir zunächst nicht fern zu liegen, meine Arbeit als Habilitationsschrift für das Fach „Sozialphilosophie“ einzureichen.

Allerdings hat der Wunsch, die Arbeit in dieser Weise zu klassifizieren, und damit die Frage zu beantworten, ob sie nun dem Fach Sozialphilosophie oder dem Fach Soziologie zuzurechnen ist, nicht von Anfang an im Fokus meiner Aufmerksamkeit gestanden. Für die Schrift selbst war die Frage nicht relevant, da ich zu keinem Zeitpunkt ihrer Erarbeitung daran gedacht hatte, nur Argumente in Betracht zu ziehen, die ihre Geltungsansprüche ausschließlich innerhalb der Grenzen einer einzigen wissenschaftlichen Disziplin erheben.

Erst durch die mit den Gutachten entstandene Diskussion hat sich die Frage nach einer Klassifikation meiner Tätigkeit mit Nachdruck gestellt.

 

Zunächst einmal möchte ich diesbezüglich darauf hinweisen, dass meines Wissens nach keine einheitliche Definition der Disziplin „Sozialphilosophie“ existiert. Sämtliche der von mir diesbezüglich konsultierten Nachschlagewerke führen unterschiedliche und sich zum Teil sogar widersprechende Definitionen an.[3] Auch die insgesamt bisher vorliegenden Gutachten zu meiner Schrift sind von sehr unterschiedlichen Auffassungen von Sozialphilosophie ausgegangen.

Es scheint mir daher legitim, um meine persönliche Auffassung von „Sozialphilosophie“ zu verdeutlichen, im folgenden zunächst kurz auf einen historischen Umstand zu verweisen.

Es gibt, aus meiner Sicht, eine allseits bekannte und viel diskutierte gesellschaftliche Organisationsform, die zumindest in ihren Ursprüngen eindeutig auf sozialphilosophischen Anliegen und Überlegungen aufruht. Es ist dies der „realexistierende Sozialismus“ der ja eindeutig im Zeichen der Aufklärung initiiert worden ist, um Gesellschaften „besser“, „gerechter“, oder „menschlicher“ etc. zu organisieren, der allerdings aus heutiger Sicht Folgen gezeitigt hat, die wohl kaum den ihm zugrunde liegenden sozialphilosophischen Anliegen gerecht werden dürften.

Es sind die zum Teil auch persönlich gemachten Erfahrungen mit diesen Folgen des sozialistischen Großexperimentes, die eine der Rahmenbedingungen meiner Arbeit darstellen, und die mich dazu veranlasst haben, die normativen Ansprüche, die traditionell in der Sozialphilosophie eine große Rolle spielen – und die vielleicht auch ihre eigentliche differencia specifica zur Soziologie darstellen –, entsprechend differenzierter und vorsichtiger zu ihrer Geltung kommen zu lassen. Meiner Meinung nach kann die Sozialphilosophie heute angesichts der Erfahrungen mit dem Verlauf und den Folgen des sozialistischen Großexperiments nicht mehr so unbedarft auftreten, wie dies den Anhängern von Karl Marx vor hundert oder hundertfünfzig Jahren offensichtlich noch möglich erschienen ist.

Die Gründe für diesen Umstand möchte ich im folgenden kurz in sozialtheoretischer Hinsicht zu erläutern versuchen.

 

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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